Themenschwerpunkt 2018

Von 15. bis 23. Oktober 2018 startet die neue Festivalleitung von Salam Orient in ihre zweite Runde: Seit letztem Jahr zeichnen Katrin Pröll und Martina Laab für das Festival verantwortlich, das vor 17 Jahren von Norbert Ehrlich ins Leben gerufen worden ist. Ihr Debüt haben die beiden letztes Jahr mit einem hochkarätig besetzten Programm und jungen aufstrebenden Bands gefeiert. Auch heuer hat sich das neue Intendantinnen-Team auf die Suche nach spannenden Musiker/innen, großen Namen und angesagten Newcomern aus den diversen Regionen des arabischen Raums gemacht und ist auch fündig geworden: 2018 liegt der musikalische Schwerpunkt auf den verschiedenen Strömungen und Kulturen der Regionen Palästina, Libanon und Israel und weiters wird die kurdische Tradition in den Fokus gestellt. Mit Salam Orient wollen die beiden Veranstalterinnen das künstlerische Potential und die aktuellen Entwicklungen gerade auch jener Regionen beleuchten, die durch politische Krisen gezeichnet sind, um so einen positiven Kontrapunkt zu setzen.

Musikprogramm 2018

Das aktuelle Musikgeschehen aus den unterschiedlichen Regionen des Nahen Ostens und des arabischen Raums wird auch heuer wieder in allen Facetten präsentiert – von traditionell inspirierten Klängen aus Armenien, Israel und dem kurdischen Liedgut über neu entstehende Genres wie dem „Shamstep“ aus Palästina und dem „Mountain Rock“ von den Golanhöhen bis zu arabischen Underground-Klängen aus dem Libanon. Eröffnet wird Salam Orient 2018 von der vielseitigen libanesischen Künstlerin Yasmine Hamdan, die vom britischen Guardian als „das moderne Gesicht der arabischen Musik“ bezeichnet wird. Das junge Ensemble Masaa um den libanesischen Poeten Rabih Lahoud hat bereits sämtliche Musikpreise Deutschlands eingeheimst und gibt nun sein Österreich-Debüt. Die staatenlosen Mitglieder der jungen Band TootArd von den Golanhöhen erschaffen mit ihrer ansteckenden und optimistisch klingenden Musik grenzenlose Freiheit. Für ihr außergewöhnliches Duo-Projekt laden die Künstler Paul Gulda und Marwan Abado erstmals den jungen Kamanche-Meister Derya Türkan aus Istanbul ein und lassen von Bach über osmanisch-klassische Musik bis zu freier Improvisation völlig neue Klänge entstehen. Das Yamma Ensemble zählt zu Israels wichtigsten Formationen der zeitgenössischen hebräischen Musik und präsentiert feinfühlige Lieder biblischer Poesie. Die Konzept-Künstlerin und Singer-Songwriterin Gaye Su Akyol aus Istanbul präsentiert mit ihrem soeben neu erscheinenden Album ein zutiefst poetisches, feministisches, revolutionäres und idealistisches Werk. Ein besonderes Highlight des diesjährigen Festivals ist der kurdische Liederabend mit einem Doppelkonzert: der renommierte Sänger und Filmemacher Nizamettin Ariç gibt eines seiner sehr seltenen Österreich-Gastspiele und die in Wien lebende Sängerin Sakîna Teyna hat mit Kurdish Female Voices eigens für Salam Orient ein ganz spezielles Konzert konzipiert, u.a. mit den großen kurdischen Frauenstimmen Çigdem Aslan und Gülseven Medar. Irdisch und zugleich nicht von dieser Welt sind die alt-armenischen Klänge vom Naghash Ensemble, das zum Abschluss von Salam Orient sein Österreich-Debüt feiert.

Festivalleitung

Nach 15 intensiven und schönen Jahren zieht sich Intendant Norbert Ehrlich im Alter von 75 Jahren als Verantwortlicher zurück und legt die Festivalleitung in die Hände von Katrin Pröll und Martina Laab. Für die Programmierung des Festivals 2017 Jahr zeichnen Katrin Pröll und Martina Laab verantwortlich.

Geschichte

Sei 15 Jahren widmet sich Salam Orient der faszinierenden Kultur des Orients, von traditioneller Musik bis zu zeitgenössischem Jazz & World Musik wie auch Literatur und Tanz werden bei dem 2-3wöchigen Festival in Wien präsentiert. Der geographische Rahmen wird in diesem Kontext sehr breit gefasst, orientalische Kunst & Kultur von Andalusien, über den Maghreb, West- und Ostafrika bis in den Nahen Osten und nach Asien stehen im Fokus.

Kulturpolitische Aufgabe

Seit Beginn liefert das Festival Salam Orient einen konstanten Beitrag zur Völkerverständigung und zum kulturellen Dialog. Vermittlung und Beleuchtung von Kunst und Kultur aus dem orientalischen Raum, der islamischen Welt und der religiösen Minderheiten in diesen Regionen sollen statt Krieg, Terror, Verfolgung und Flüchtlingskatastrophen ein neues Bild in den Köpfen der Menschen erzeugen. Mit dem Schwerpunkt auf die Region „Orient“ möchten sich die Veranstalterinnen mit den positiven wie negativen Klischeebildern, die dieser Begriff allgemein hervorruft, auseinandersetzen und ihnen authentische und zeitgemäße Kunst & Kultur aus diesem Kulturkreis entgegenstellen. Salam Orient lädt die Menschen zum Neugierig-Sein ein, zum Dialog, zur Differenzierung und zum wechselseitigen Verständnis und bietet den BesucherInnen einen direkteren Zugang zu den Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt.