SALAM.ORIENT
MUSIK, TANZ UND POESIE
AUS ORIENTALISCHEN KULTUREN

The Freedom Theatre | Jenin, Palästina.

„Fragments of Palestine 2“
Arabisches Jugendtheater des Jenin Refugee Camp Westbank


Dschungel Wien
Theaterhaus für junges Publikum im MQ / Museumsquartier – Museumsplatz 1, 1070 Wien

FR, 04. & SA, 05. 11.  20.00h


Kartenpreis: 13 Euro, 7,50 Euro, 5 Euro
(Dauer: 70 Min.)


Das 1988 von Arna Mer-Khamis initiierte Freedom Theatre im palästinensischen Flüchtlings­lager Jenin will soziale und politische Veränderungen bewirken. Wenigstens ein paar dutzend von ein paar tausend Kindern des Lagers wird somit die Möglichkeit geboten, ihre Begabungen zu ent­falten, Selbstvertrauen aufzubauen und eine Zukunftsperspektive abseits von Le­thargie, Aggres­sion und Gewalt zu entwickeln.
Neben dem Kulturprogramm des Theaters gibt es seit 2008 die erste palästinensische Thea­ter­schule. Mit Hilfe von internationalen Theater- und Performance-Fachleuten werden junge Palä­stinenserInnen ausgebildet. Die SchauspielschülerInnen des Freedom Theatre waren erstmals 2009 in Europa und gaben auch bei Salam.Orient ein denkwürdiges Gastspiel. Heuer zeigen sie eine weiterentwickelte Fas­sung ihrer damals so überwältigenden Szenen aus dem Alltag inmitten des ganz normalen Wahnsinns in einem Flüchtlingslager.
Die Darstellung von Hass und Verzweiflung, aber auch von der Liebe und den Träumen Ju­gend­licher wurde in einer absurden Spirale von Gewalt nochmals weitergedreht: Im April 2011 wurde der israelisch-palästinensische Theaterleiter Juliano Mer-Khamis, Arna Mer-Khamis Sohn und charismatischer Nachfolger, beim Verlassen des Theatergebäudes von Arabern erschossen. Die Erziehung von Mädchen zu selbst­bestimmten Frauen, die beißende Kritik des Theaterleiters nicht nur ge­genüber den israelischen Besatzern, sondern auch gegenüber manchen der „eige­nen Leute“ hat anscheinend die Schmerzgrenze einiger Beobachter überschritten.
Dennoch wird Gewalt keines der extremen Probleme in einem Lager wie Jenin lösen. Es ist anzunehmen, dass die Jugendlichen diese aber­mals traumatisierenden Erfahrungen in das neue Stück ein­fließen lassen.


In Kooperation mit VIDC


 
freedomtheat