Ein besonderes Highlight des diesjährigen Festivals ist der kurdische Liederabend mit einem Doppelkonzert einiger außergewöhnlicher Künstler/innen: Der renommierte Sänger und Filmemacher Nizamettin Ariç gibt mit diesem Konzert eines seiner sehr seltenen Österreich-Gastspiele. Die in Wien lebende Sängerin Sakîna Teyna hat mit Kurdish Female Voices eigens für Salam Orient ein ganz spezielles Konzert konzipiert. Erstmals führt sie ihre beiden Ensembles Sakina & friends und das in Deutschland beheimatete Trio Mara zusammen und lädt dazu zwei der international bekanntesten kurdischen Frauenstimmen ein - Çigdem Aslan und Gülseven Medar.

Nizamettin Ariç Ensemble

Der Sänger und Multi-Instrumentalist Nizamettin Ariç, der gemeinsam mit Sivan Perver zu den wichtigsten kurdischen Künstlern zählt, musste 1980 aus der Türkei fliehen, nachdem er ein Konzert in kurdischer Sprache gesungen hatte. In Deutschland erhielt er politisches Asyl und veröffentlichte hier zunächst unter einem Pseudonym seine ersten Alben mit traditionellen kurdischen Liedern und Eigenkompositionen, in denen er die Lage der Kurden thematisierte. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem auch durch seinen Film „Ein Lied für Beko“, der als erster kurdischsprachiger Spielfilm in die Filmgeschichte einging und mit 15 internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Nach wie vor sind Nizamettin Ariç die kulturelle und sprachliche Freiheit und Bildung der Kurden ein großes Anliegen und er setzt sich weiterhin mit der Sprache der Musik für ihre Rechte ein.

 

Nizamettin Aric - Gesang, Mey, Tembur
Nure Dilovani - Geige
Naze Isxan – Klavier
Alexander Zernig - Gitarre

 

Kurdish Female Voices

Sakîna Teyna feat. Çigdem Aslan & Gülseven Medar

Sakîna Teyna setzt sich in ihren künstlerischen und auch politischen Aktivitäten wesentlich für Frauen- und Menschenrechte ein. Sie organisierte in der Türkei Konzerte, als die kurdische Sprache noch verboten war, und berichtete als Journalistin über den kurdischen Befreiungskampf, bis sie aufgrund ihrer Aktivitäten aus dem Land flüchten musste. In ihren vielseitigen musikalischen Projekten verbindet sie traditionellen Gesang und zeitgenössische Arrangements und schöpft dabei aus dem reichhaltigen Fundus kurdischer Lieder. Çigdem Aslan stammt aus einer musikalischen Familie mit kurdisch-alevitischem Hintergrund. Für ihr 2013 veröffentlichtes Debüt-Album „Mortissa“ erhielt sie den renommierten Preis der deutschen Schallplattenkritik. Schon in ihrer Kindheit war Gülseven Medar umgeben von Musik, später studierte sie an der Technischen Universität von Istanbul Gesang. Für die internationale und höchst erfolgreiche Theaterproduktion „Hamlet“ in kurdischer Sprache zeichnete Gülseven Medar für die Musikkompositionen verantwortlich. Gemeinsam wollen die Sängerinnen Grenzen überwinden, ihre Musik verstehen sie als eine Sprache des Friedens, die zu sprechen nie genug sein kann. Sie schaffen eine Klangwelt, die nicht nur die Melancholie der Menschen in Kurdistan widerspiegelt, sondern auch ihren Lebensmut und ihre Sehnsüchte.

 

Cigdem Aslan - Gesang
Gülseven Medar - Gesang, Saz
Sakîna Teyna – Gesang
Nure Dilovani - Geige
Naze Isxan - Klavier
Mahan Mirarab - Gitarre
Jörg Mikula - Percussion

DATUM & UHRZEIT

SO, 21. Oktober 2018
20.30 Uhr


ORT

Theater Akzent
Theresianumgasse 18
1040 Wien
www.akzent.at


TICKETS

Sitzplätze, Stehplätze EUR € 34,-/ € 30,-/ € 26,-/ €22,-